Katathym Imaginatives Bilderleben (KIB) /
katathym-Imaginative Psychotherapie (KIP) nach H.C. Leuner

Ablauf

Die Sitzungen laufen in der Regel immer ähnlich ab. Nach einer Kurzen Einführung versetzt sich der Klient selbst und unter Anleitung in einen tiefen Entspannungszustand. In diesem ist es möglich ohne der beschränkenden moralischen Aufsicht des Über-Ich (nach S.Freud) mit allen Sinnen Phantasiereisen zu erleben und das Erlebte in Worte zufassen. Nachdem der Therapeut anfangs ein Startbild induziert (siehe Tabelle) führt er den Klienten danach durch sein eigenes Erleben. Dabei werden Symbolik und Phrasen notiert und später mit dem Klient reflektiert.

Nachdem der Therapeut anfangs ein Startbild induziert (siehe Tabelle) führt er den Klienten danach durch sein eigenes Erleben. Dabei werden Symbolik und Phrasen notiert und später mit dem Klient reflektiert.

Zurückgreifend auf die Erkenntnisse C.G. Jungs, Adlers und H.C.Leuners, sowie der klassischen Traumdeutung kann der Therapeut nun dem Klienten Anhaltspunkte zur Selbstreflektion nennen, die direkt aus dem Unterbewusstsein und den gespeicherten Emotionen des Klienten kamen.

Keine Hypnose

Das Besondere des KIB ist, dass es nicht nötig ist, sich in eine tiefe Hypnose zu versetzen, sondern dass das Erleben direkt unterhalb der Bewusstseinsebene zwischen „wach“ und „schlafend“ stattfindet. Ein Ausstieg beim Erleben schmerzhafter oder unerwünschter Erlebnisse ist daher jederzeit möglich. Der Therapeut sorgt ggf. für ein sicheres Erwachen.

Erleben

So lebendig wie wir im Wachzustand unser Leben erleben, so lebendig erleben wir während des KIB auch die Szene (das Bild) mit allen Sinnen. Die Klienten sehen, fühlen, schmecken, riechen, hören und übermitteln ihre Eindrücke an den Therapeuten. Da aber das rational kontrollierende Über-Ich ausgeschaltet ist, ist es dem Klienten möglich in den Bildern wie im Traum quasi alles zu sein. Zauber und Verwandlung, Perspektivwechsel, Zeitsprünge und Fabelwesen tauchen auf, ohne dass der Eindruck „das gibt es nicht, das geht doch gar nicht“ entsteht. Im KIB sprechen Traum und Unterbewusstsein mit uns selbst unzensiert in ihrer eigenen Sprache.

Deutung

Nach dem Ende eines Motiverlebens (der Rückführung), reflektieren Therapeut und Klient zusammen die während des KIB geäußerten Schilderungen und Emotionen. Die Deutung / Entschlüsselung geschieht dabei zweistufig: zuerst werden verschiedene Motive anhand der Archetypen (C.G. Jung et al) allgemein vom Therapeuten gedeutet und dem Klienten als Denkanstoß gegeben. Dieser kann so das Erleben aus seinem eigenen Unterbewussten mit seinem bewussten Leben verbinden und daraus Erkenntnisse ziehen. „So wird der Klient zum eigenen Therapeuten, denn er kennt bereits die Lösung selbst.“

Grundstufe

Das katathyme Bilderleben ist von H.C. Leuner in Grund-, Mittel- und Oberstufe mit jeweils festgelegten Motiven strukturiert worden. Diese „Bilder“ basieren auf archetypischen Szenen, die bereits C.G. Jung postulierte. Während die Motive der Grundstufe greifbar und für jeden dinglich nachvollziehbar sind (Wiese, Bachlauf, Waldrand, Haus, Berg) nehmen Komplexität und Abstraktion in den anderen Stufen zu.

Vom Erleben zur Therapie

Klassisch kann KIB zur einfachen und schnellen Analyse der Psyche und neurotischer Störungen eingesetzt werden. Die Therapie erfolgt aufbauend auf den Erkenntnissen in der Form der Wahl. Es ist jedoch auch möglich in den Motiven psychotherapeutisch wirksam zu arbeiten. (Beispiel: ein ungelöster Konflikt mit dem verstorbenen Vater kann in einer Bergtour nacherlebt und so die Ablösung vom Vater vollzogen werden.) So wird aus dem KIB die KIP.

Indikation

KIB/KIP kann im Rahmen der Therapie und Beratung bei vielen Situationen analytisch und/oder therapeutisch angewendet werden. Hier einige klassische Anwendungsfälle, bei denen die Wirksamkeit erwiesen ist. Wenn Sie sich unsicher sind, ob KIB/KIP bei Ihnen sinnvoll erscheint, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf, oftmals lässt sich dies in einem Gespräch klären.

Selbsterfahrung
• Aktuelle, vergangene oder befürchtete Lebensproblematiken
• Schwierigkeiten in der Partnerschafts- oder Familiensituation
• Isolierte Phobien
• Befürchtungen
• Ängste
• Psychosomatische Krankheitsbilder

Kontraindikationen

Patienten mit folgenden Leiden / Problemen dürfen im Sinne ihrer eigenen Gesundheit das KIB/KIP nicht durchführen lassen. Bitte nehmen Sie bei Unklarheiten kein Blatt vor den Mund, oftmals kann ich Ihnen zumindest Alternativen nennen.

• Psychosen, Wahn, Schizophrenie
• Epilepsie oder starke Migräne
• Demenz, Hirnorganischen Störungen
• regelmässigem Drogen oder Psychopharmakonsum

Sitzung

 

Thematik

 

1

Vorbesprechung und Aufbau des KIB, Hausaufgabe

Psychoedukation und thematischer Faden

Notwendig

2

Auswertung Hausaufgabe,
KIBVorstufe: „Baum“ / „Blume“

Selbstbildnis, Kennenlernen des KIB

Reihenfolge festgelegt

3

Motiv „Wiese“

aktuelle Lebenssituation

4

Motiv „Bachlauf“

Lebensverlauf früher – heute – morgen

5

Motiv „Waldrand“

Motiv des Tuens

Reihenfolge kann nach Bedarf frei gewählt werden

6

Motiv „Haus“

eigene Persönlichkeit

7

Motiv „Berg“

Aktuelle und zukünftige oder befürchtete Aufgaben